Die Wege von Benaissa, dessen Familie als Gastarbeiter aus Marokko nach Deutschland kam, führten ihn diesmal nach Berlin. Im Quatsch Comedy Club in der Nähe des berühmten Friedrichstadt-Palastes auf der Bühne, begeisterte Benaissa das Publikum mit aktuellen und mutigen Pointen sowie seinen präzisen Beobachtungen, die er mit einer äußerst lebendigen Körpersprache präsentierte und die das Publikum zum Lachen brachten.
Bei der Eröffnung des Abends, an dem vor allem junge Zuschauer mit Migrationshintergrund den Großteil des Publikums ausmachten, traten zwei neue Comedians auf, die ebenfalls Aufmerksamkeit erregten. Die teils als derb empfundenen Witze von Mo Boubaker sorgten aufgrund des Kontrasts zu kopftuchtragenden Zuschauerinnen für Überraschung, erhielten jedoch viel Applaus. Der zweite Künstler, ErhanXo, hinterließ trotz seiner angeborenen Gehbehinderung mit seinem einzigartigen Stil einen starken Eindruck und wurde vom Publikum sehr geschätzt.
Nach diesen beiden Nachwuchstalenten betrat Benaissa die Bühne und brachte erneut seine bereits aus den sozialen Medien bekannten Familiengeschichten auf die Bühne, die dort ein breites Publikum erreicht hatten. Mit einem humorvollen Blick auf die kulturellen Unterschiede zwischen Deutschland und Marokko, die aus dem ständigen Hin- und Herpendeln entstanden sind, hielt er das Publikum mit einer Reihe von Pointen durchgehend bei Laune.
Nach mehr als einer Stunde auf der Bühne sprach Benaissa nicht nur über die alltäglichen familiären Widersprüche, sondern thematisierte auch indirekt die Reaktion eines großen Fernsehsenders auf seine Kommentare zu aktuellen weltpolitischen Ereignissen, ohne den Namen des Senders zu nennen. Einen kriegsbefürwortenden Politiker nahm er dabei in einer scharfen, aber humorvollen Weise aufs Korn und beendete damit seine Performance.
H. Boyacioglu
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